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Klima und Mobilität

Die Erde wird zum Treibhaus. Anzeichen einer globalen Klimaänderung sind unübersehbar. Hauptverantwortlich für die Erderwärmung ist die massive Freisetzung der vom Menschen erzeugten Treibhausgase. Dürren, Wirbelstürme und extreme Überschwemmungen sind die fatalen Folgen.

Der Autoverkehr zählt zu den Hauptverursachern von CO2. Bereits heute stoßen die weltweit über 500 Millionen PKW vier Milliarden Tonnen CO2 aus - rund 20 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Menge. Und die Autoflotte wächst rapide, derzeit doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. Prognosen gehen davon aus, daß sich die verkehrsbedingten CO2-Emissionen bis 2030 fast verdoppeln werden.

Täglich werden 80 Milliarden Liter Öl über die Weltmeere verfrachtet, schwere Tankerhavarien sorgen immer wieder für Schlagzeilen - etwa die Ölunfälle der "Exxon Valdez" 1985 vor Alaska oder der "Sea Empress" 1996 vor der Küste von Wales. Der Autoverkehr ist hauptverantwortlich für diese ökologischen Katastrophen. Zudem führt die Ölförderung an Land und auf See permanent zu schwersten Umweltverschmutzungen: Unfälle auf Bohrinseln, Abwässer aus Raffinerien, Lecks in Lagertanks und Pipelines.

Die Liste der Schäden, die der Autoverkehr Mensch und Umwelt zufügt, läßt sich noch weiterführen:

Autoabgase verpesten die Luft der Städte mit einem Giftcocktail aus Benzol, Stickoxid, Dieselruß und anderen Schadstoffen. Luftverschmutzung und Lärm der Autos machen die Bewohner krank. Schadstoffe aus den Auspuffrohren des Autos sind maßgeblich verantwortlich für das Waldsterben. Immer mehr landwirtschaftliche Flächen und natürliche Lebensräume werden von breiten Asphaltpisten zerschnitten und zubetoniert. Zehntausende Menschen werden jährlich durch den Autoverkehr getötet, eine noch weit größere Zahl wird verletzt.Schon für das Jahr 1989 schätzte das Umwelt- und Prognose-Institut Heidelberg e.V. allein in Deutschland die Kosten der vom Autoverkehr verursachten Umweltschäden auf über 60 Milliarden Euro pro Jahr, darunter Schäden durch Luftverschmutzung (24 Milliarden D-Mark), Lärm (33 Milliarden D-Mark) sowie Boden- und Wasserverschmutzung (68 Milliarden D-Mark). Die Kosten der Klimaänderung sind in diesen Werten noch nicht einmal enthalten.
Die Verkehrspolitik hat mit ihrer Bevorzugung des Autos über Jahrzehnte eine verhängnisvolle Spirale in Gang gesetzt. Ein massiver Straßenbau führt zu mehr Autoverkehr, die hohe Verkehrsdichte ist wiederum Argument, noch mehr Straßen zu bauen. Das Schienennetz dagegen wurde sträflich vernachlässigt.

Wer eine ökologische, klimaschonende Verkehrspolitik will, der muß beim Auto anfangen. Wichtigste langfristige Aufgabe der Verkehrspolitik ist es, überflüssigen Verkehr erst gar nicht entstehen zu lassen. Verkehrsvermeidung muß oberste Priorität auf allen Handlungsebenen sein - etwa bei der Städte- und Raumplanung sowie in der Steuer- und Subventionspolitik. Daneben muss der Verkehr auf umweltfreundliche (Fuß, Fahrrad) oder möglichst umweltverträgliche Verkehrsmittel (Bus, Bahn) verlagert werden. Dies setzt ein verbessertes Angebot an Bahnen, Straßenbahnen, Buslinien, Fahrrad- und Fußwegen voraus. Die zukünftigen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur müssen zum größten Teil in diese Verkehrswege fließen - und nicht mehr in den Bau von Straßen und Parkplätzen.

Greenpeace fordert:

Ein konsequentes Tempolimit auf Autobahnen (120 km/h) und Landstraßen (90 km/h).Gesetzliche Regelungen, die den Höchstverbrauch begrenzen und strenge Kohlendioxid-Grenzwerte für Autoabgase festschreiben. Eine Kfz-Steuer, die neben dem Spritverbrauch auch Flächenverbrauch und Gewicht besteuert. Eine schrittweise Erhöhung der Mineralölsteuer - und damit des Benzinpreises - auf ein Niveau, das die externen Kosten deckt, mit denen der Autoverkehr die Gesellschaft belastet. Verkehrsinfrastruktur-Investitionen in Europa, die überwiegend in Schienenwege/Verkehrswege für nichtmotorisierten Verkehr fließen. Stop des Fernstraßenbaus.
Das können Sie tun:

Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad. Nutzen Sie Car-Sharing-Angebote oder bilden Sie Fahrgemeinschaften. Wenn Sie ein Auto kaufen, dann ein verbrauchsarmes Modell. Fahren Sie weniger und sparsamer Auto.

Bürger erzeugen Solarstrom